Wichtiger Schritt zur Realisierung der KWO plus-Projekte erzielt

(bern) Die Begleitgruppe KWOplus hat unter Leitung des Kantons gute Arbeit geleistet und kann erste Erfolge präsentieren. Bei zwei der drei Erneuerungsprojekte der Kraftwerke Oberhasli (KWO) konnte eine weitgehende Einigung erzielt werden. Für diese Projekte wurde ein ausgewogenes Massnahmen-Paket ausgehandelt, das sowohl den Forderungen der NGO Rechnung trägt und auch für die KWO wirtschaftlich tragbar ist. Keine Resultate wurden im dritten Projekt, die Erhöhung der Staumauer erzielt.

Am Donnerstag (02.09.2010) hat die Begleitgruppe KWOplus über die laufenden Arbeiten informiert. Die Mitglieder der Begleitgruppe ist sich in den wesentlichen Punkten des sogenannten “Tandem-Projekts” zur Aufwertung der bestehenden Kraftwerke Handeck 2 und Innertkirchen 1 sowie des neuen Pumpspeicherwerks Grimsel 3 weitgehend einig. Im Rahmen des “Tandem-Projekts” soll die Leistung der beiden über 60 Jahre alten Kraftwerke um 240 Megawatt erhöht werden. Das neue, unterirdische Pumpspeicherwerk Grimsel 3 soll die Produktionsschwankungen von nicht regelbaren Kraftwerken (z.B. Sonnen- und Windkraftanlagen) auffangen.

Bei beiden Projekten haben die Verhandlungspartner bedeutende Verbesserungen für die Umwelt erzielt. Die insgesamt 50 Umweltmassnahmen erstrecken sich über das gesamte Einzugsgebiet der KWO. So werden die Restwassermengen in den Gewässern erhöht, Auenlandschaften aufgewertet und Fischtreppen gebaut. Ein grosser Teil der vereinbarten Massnahmen werden im Rahmen der Restwassersanierung, das heisst unabhängig von der Realisierung der beiden Erneuerungsprojekte umgesetzt. Als Folge der Umweltmassnahmen können rund 55 Gigawattstunden weniger Strom produziert werden als technisch machbar wäre. Dennoch ziehen beide Seiten eine positive Bilanz. Für die KWO ist der Energieverlust zwar bedauerlich, im Gesamtergebnis aber akzeptabel. Auch die Umweltverbände anerkennen das Ergebnis. Für sie beinhalten die Resultate eine bedeutende ökologische Aufwertung der Projekte.

Bei der Erhöhung der Grimselsee-Staumauer sind die Mitglieder der Begleitgruppe zu einem relativ frühen Zeitpunkt übereingekommen, dass diese Frage durch die Gerichte geklärt werden soll. Da der umstrittene Moorschutzperimeter vom Bundesrat festgelegt wurde, müssen in dieser Frage die Gerichte entscheiden. Die Parteien wollen sich dafür einsetzen, dass der Entscheid so rasch wie möglich gefällt werden kann.

Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, zeigte sich erfreut darüber, dass es der Begleitgruppe gelungen ist, bei zwei wichtigen Erneuerungsprojekten der KWO einen Schritt voran zu kommen. Gleichzeitig betont sie aber auch, dass die Arbeiten der Begleitgruppe noch nicht abgeschlossen sind und letzte offene Fragen bestehen, welche insbesondere die Bewertung der Gewässerschutzmassnahmen betreffen.




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