ewz nutzt Wärme im Geothermie-Bohrloch.

(ewz/zürich) Der Stadtrat hat zusätzliche Ausgaben von 3,7 Mio. Franken bewilligt, um eine Anlage zur Nutzung der Wärme im Bohrloch zu realisieren und um die Erkundungen zur Geothermie abzuschliessen.

Mit der Erkundungsbohrung im Triemli-Quartier ist es gelungen, zu zeigen, dass in einem dicht besiedelten Gebiet ohne nennenswerte Probleme bis ins Kristallin gebohrt werden kann. Weiter wurden wichtige geologische Erkenntnisse im Hinblick auf eine künftige Nutzung der Erdwärme gewonnen. Da keine wasserführenden Schichten auf der erreichten Tiefe von 2 434 Metern gefunden wurden, hat der Stadtrat im Februar 2010 beschlossen, auf eine zweite Bohrung zu verzichten, beim Bohrloch aber weitere Erkundungsschritte vorzunehmen. Dafür bewilligte er Ausgaben von 2,5 Mio. Franken. Die zwischenzeitlichen Abklärungen haben ergeben, dass die Wärme des Bohrlochs mit einer tiefen Erdwärmesonde genutzt werden kann. Die tiefe Erdwärmesonde ist eine der ersten Anlagen dieser Art, und voraussichtlich lassen sich damit pro Jahr rund 410 Megawattstunden Energie gewinnen. Diese Menge reicht aus, um der Baugenossenschaft Sonnengarten ein Fünftel der von ihr benötigten Wärmeenergie zu liefern. Damit müssen weniger oberflächennahe Erdsonden als ursprünglich geplant eingesetzt werden.

Für die Erkundung zur Geothermie hat das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) die Bohrung im Kristallin weiter auf 2 708 Meter abgesenkt. Das ewz hat auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle gespielt, und entsprechend schwierig war die Planung der Kosten. Auch haben verschiedene unvorhersehbare Umstände zu Mehrkosten des Geothermie-Projekts geführt. Besonders kostspielig waren die mehrmaligen Einstürze des Bohrlochs, aber auch die zusätzlichen Massnahmen zur Sicherung der Stabilität des Bohrplatzes, die wegen der starken Niederschläge unumgänglich waren. Dadurch wurde auch der Rückbau des Bohrplatzes aufwändiger als erwartet.

Der Stadtrat hat für die Abschlussarbeiten zur Erkundung der Geothermie sowie für die Nutzung der Wärme im Bohrloch zusätzliche Ausgaben von insgesamt 3,7 Mio. Franken bewilligt. Der Betrag geht zu Lasten der Krediterhöhung, welche die Stimmberechtigten im November letzten Jahres zur Nutzung der Erdwärme bewilligt haben. Dem ewz eröffnet sich nun die Chance, mit einer realen Anlage Erfahrungen bei der Nutzung der Geothermie mit tiefer Erdwärmesonde zu sammeln. Ferner kann das Bohrloch im Triemli-Quartier im Falle künftiger Erkundungsbohrungen in der Stadt Zürich als Standort für seismische Messungen verwendet werden.




Änliche Beiträge

  1. Geothermie-Bohranlage wird demontiert
  2. Verzicht auf zweite Geothermiebohrung
  3. Erfolgreiche Geothermie-Bohrung der Axpo – genügend heisses Wassser gefunden
  4. Axpo will Geothermie in der Schweiz nutzen
  5. Geothermie: Axpo bohrt in Bayern


Ein Kommentar

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Richtlinien für Kommentare

Veröffentlichte Beiträge müssen zu einer sachbezogenen Debatte des im jeweiligen Beitrag dargestellten Themas beitragen. PowerGrid wird alle Texte mit rechtswidrigen Inhalten, namentlich beleidigende, verleumderische, ruf- und geschäftsschädigende, pornografische, rassistische, aber auch alle politisch und religiös radikale Äusserungen sowie Aufforderungen zu Gewalt oder sonstigen Straftaten löschen. Der Verfasser von Beiträgen ist für die inhaltliche Richtigkeit, für rechtliche Korrektheit sowie für die Beachtung der Rechte Dritter verantwortlich. Er trägt allfällige rechtliche Konsequenzen alleine. Er verpflichtet sich, PowerGrid von sämtlichen Ansprüchen Dritter, die aufgrund seiner Beiträge geltend gemacht werden, freizustellen.