Mit Stromeffizienz und erneuerbaren Energien fährt die Schweiz wirtschaftlich besser
(infras) Eine neue von Kantonen, Umweltverbänden und der Energieversorgerin der Stadt Bern unterstützte Studie zeigt: Wenn die Schweiz zur Stromversorgung bis 2035 in Stromeffizienz und erneuerbare Energie investiert, fährt sie wirtschaftlich deutlich besser als mit neuen Atomkraftwerken.
Die Prognosen der grossen Stromverbundunternehmen gehen für das Jahr 2035 von einem zusätzlichen Strombedarf in der Schweiz von 30 TWh aus. Dieser kann zu zwei Dritteln mit Stromeffizienz und einem Drittel erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Windkraft, Biomasse oder Geothermie im In- und allenfalls im Ausland abgedeckt werden, wie eine neue Studie von INFRAS und TNC zeigt. Auftraggeber der Studie sind die Schweizer Umweltorganisationen, die Kantone Basel- Stadt und Genf. Auch Energie Wasser Bern, die Energieversorgerin der Stadt Bern, hat die Studie unterstützt.
INFRAS hat die wirtschaftlichen Auswirkungen des Effizienz- Szenarios mit einem Szenario verglichen, das auf Grosskraftwerke baut, und ist zu einem eindeutigen Resultat gelangt: «Investitionen in die Effizienz und in erneuerbare Energien sind wirtschaftlich, bringen eine höhere Wertschöpfung und schaffen mehr Arbeitsplätze in der Schweiz», sagt Studienautor Rolf Iten. Das Szenario Grosskraftwerke hingegen hat sich als unwirtschaftlich herausgestellt. Mit Investitionen in neue Atomkraftwerke würde die Schweizer Volkswirtschaft also Verluste machen.
Für Hans-Peter Fricker, CEO WWF Schweiz, ist darum klar: «Unser Szenario ist nicht nur eine Alternative, es ist die bessere Lösung.» Dies nicht nur aus ökologischen Gründen. «Atomkraftwerke sind nicht nachhaltig und zudem unwirtschaftlich. Sie führen sowohl ökologisch wie ökonomisch in die Sackgasse», so Fricker. Um dies zu vermeiden, braucht es neue Rahmenbedingungen. Für die Auftraggeber der Studie steht die Schweiz an einem Scheideweg, der zentraler Weichenstellungen bedarf. So verlangt der Genfer Ständerat und ehemalige Staatsrat Robert Cramer «mehr Gestaltungswillen auf nationaler Ebene». Als wichtigstes Instrument nennt die Studie eine staatsquotenneutrale Stromlenkungsabgabe, die an die Bevölkerung und Wirtschaft zurückerstattet wird. Gute Erfahrungen hat damit der Kanton Basel-Stadt gemacht: «Die Lenkungsabgabe ist etabliert. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass sie der Wirtschaft schadet», sagt Regierungsrat Christoph Brutschin.
Basel liegt seit der Einführung der Lenkungsabgabe beim Stromverbrauch deutlich unter dem nationalen Trend, bei der Wirtschaftsentwicklung aber deutlich darüber.
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