Verzicht auf zweite Geothermiebohrung
(ewz/zürich) Die Nutzung von tiefer Erdwärme erscheint im Triemli-Quartier nicht in grösserem Umfang möglich. Der vorsorgliche Kredit für eine zweite Bohrung, den die Stimmberechtigten bewilligt haben, wird daher nicht gebraucht. Der Stadtrat lässt aber die Erkundungsbohrung noch weiterführen, um zusätzliche Erkenntnisse für die Zukunft der Geothermie in Zürich zu gewinnen und um abzuklären, ob allenfalls die Wärme aus dem Bohrloch nutzbar ist.
Zur Zeit erforscht das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) im Triemli-Quartier mit einer Erkundungsbohrung den Untergrund von Zürich. Es ist gelungen, in diesem dicht besiedelten Gebiet ohne nennenswerte Probleme bis ins Kristallin vorzudringen. Damit hat das ewz das Hauptziel der Erkundungsbohrung erreicht. Am 24. Januar betrug die Bohrtiefe 2434 Meter. Es gibt keine Hinweise, dass in den Gesteinsschichten Wasser vorhanden ist, das von der Menge und Temperatur her für eine wirtschaftlich sinnvolle Wärmenutzung ausreichen würde. Die Chance einer zweiten Bohrung, für welche die Stimmberechtigten im November 2009 vorsorglich einen Kredit bereitgestellt haben, hat sich nicht geboten. Wie in der Abstimmungszeitung in Aussicht gestellt verzichtet der Stadtrat daher auf eine zweite Bohrung, die für weitere Abklärungen und zur Erschliessung der Wärme notwendig gewesen wäre.
Bisher hat die Erkundungsbohrung eine Fülle von Informationen über den Untergrund von Zürich zutage gebracht. Noch ungenügend sind indes die Erkenntnisse im Hinblick auf eine künftige Nutzung der Erdwärme zur Stromproduktion auf dem Gebiet der Stadt Zürich und der näheren Umgebung. Das Projekt wird von einem Beirat Geologie begleitet, in dem Amtsstellen von Bund, Kanton und Stadt, die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH), die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (NAGRA) und erfahrene Geologen vertreten sind. Dieser Beirat empfiehlt, weitere Informationen zur Beschaffenheit und zum Verwitterungsgrad der Gesteine, zu den hydraulischen und geophysikalischen Gesteinseigenschaften sowie zu den Temperatur- und Spannungsverhältnissen im Grundgebirge zu ermitteln. Dafür soll die Bohrung entsprechend den technischen und finanziellen Möglichkeiten weiter abgesenkt werden. Noch offen ist ferner die Frage, inwiefern und mit welcher Technologie sich die Wärme im Bohrloch allenfalls nutzen lässt. Auch dafür sind zusätzliche Abklärungen notwendig.
Der Stadtrat hat beschlossen, diese weiteren Erkundungsschritte vorzunehmen. Erdwärme ist für die Stadt Zürich eine mögliche Energiequelle auf dem Weg in die 2000-Watt-Gesellschaft, daher will der Stadtrat aus dieser Erkundungsbohrung möglichst viele Erkenntnisse für die Zukunft gewinnen. Er hat dafür Ausgaben von knapp 2,5 Mio. Franken bewilligt. Sie gehen zu Lasten der Krediterhöhung, welche die Stimmberechtigten im November letzten Jahres bewilligt haben. Die Bohranlage wird voraussichtlich noch bis Mitte März im Einsatz stehen.
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