Axpo verschiebt geplante Strompreiserhöhung für Kantonswerke
(axpo/zürich) Die Axpo AG, Stromlieferantin der Kantone der Nordostschweiz, verschiebt eine geplante Erhöhung des Strompreises von 1,2 Rappen pro Kilowattstunde um ein weiteres Jahr.
Obwohl eine Preiserhöhung zum Jahreswechsel alleine schon aufgrund der gestiegenen Gestehungs- und der hohen Beschaffungskosten am Markt gerechtfertigt wäre, trägt die Axpo AG die höheren Kosten aus Rücksicht auf die konjunkturellen Probleme zahlreicher Stromkunden selber. Die Preiserhöhung für die Kantonswerke tritt somit erst per 1. Januar 2011 in Kraft und berücksichtigt nur einen Teil der höheren Kosten, weshalb weitere Effizienzsteigerungsprogramme vorgesehen sind.
Die Axpo AG ist vertraglich verpflichtet, die Kantonswerke des Thurgaus (EKT), des Aargaus (AEW), Schaffhausens (EKS), der Kantone St. Gallen und Appenzell (SAK) sowie des Kantons Zürich (EKZ) mit Strom zu günstigen Preisen zu versorgen. Umgekehrt besteht seitens der Kantonswerke eine Abnahmeverpflichtung.
Nachdem der Energie-Abnahmepreis für die Kantonswerke seit den 90er Jahren stetig gesunken ist und auch in den letzten Jahren auf einem schweizweit äusserst tiefen Niveau verharrte, müsste die Axpo AG die in den letzten Jahren gestiegenen Gestehungskosten eigentlich auf den 1. Januar 2010 an die Kantonswerke weiterverrechnen. “Aufgrund der schlechten Konjunktur haben wir uns entschieden, auf diese Erhöhung zugunsten der wirtschaftlichen Erholung der Unternehmen und dem Haushaltsbudget der Privatkunden zu verzichten”, erklärt Manfred Thumann, CEO der Axpo AG. Weil Axpo die höheren Kosten selber trägt, werden die Kunden der Nordostschweizer Kantonswerke sowie der Weiter- und Endverteiler auch 2010 von äusserst günstigen Strompreisen profitieren können.
Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben. CEO Manfred Thumann: “Die Axpo AG investiert seit mehreren Jahren in den nötigen Ausbau der Wasserkraft und die Steigerung der Stromproduktion aus Biomasse und Kleinwasserkraft. Zudem sind auch die Beschaffungskosten am europäischen Markt seit der letzten Festlegung des Kantonswerkspreises massiv gestiegen. Eine Anpassung des Grosshandelsstrompreises auf den 1. Januar 2011 – um 1,2 Rappen pro Kilowattstunde – lässt sich nicht weiter vermeiden.” Damit wird die Axpo AG 2011 ihre höheren Beschaffungskosten jedoch nur teilweise an die Kantonswerke weiterverrechnen. Die weiteren Kostensteigerungen sollen durch interne kostensenkende Massnahmen und Produktivitätssteigerungen aufgefangen werden.
Insgesamt werden Weiter- und Endverteiler der Nordostschweiz auch im Jahr 2011 in der Lage sein, ihren Kunden zuverlässig einen klimafreundlichen Mix aus Wasserkraft, Kernenergie und neuen erneuerbaren Energien zu günstigen Preisen anzubieten. Im Mittel dürfte der Endkundenpreis in der Nordostschweiz durch die Preiserhöhung der Axpo AG im Jahr 2011 um ca. 7 Prozent steigen. Die Kantonswerke als Weiter- und Endverteiler im Axpo Verbund gehen bislang, vorbehältlich keiner zusätzlichen politisch motivierten Abgaben, nicht von weiteren Zuschlägen auf den Strompreis aus.
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